thai-services.ch-ไทย-ยินดีต้อนรับ Thai-Translation Service: Thai-Deutsch-Englisch-Sprachkurse-Dolmetschen von Simeon Steiner

Infos für alle Interessenten!

Hallo Thai-Freunde!

Endlich ist es wieder soweit! Heute erhältst Du gute Informationen und ein kurzer Überblick über unsere vergangenen Tätigkeiten. Besonders interessant ist es für jene, die Hilfe beim Dolmetschen oder Übersetzen von Thai ins Deutsche anfordern möchten. Ebenso spreche ich allen Mut zu, besonders allen „Thais“ oder auch „Farangs“ – Deutsch oder auch Thai zu erlernen! In unserem näheren Freundeskreis hat es sich in letzter Zeit herumgesprochen, dass meine Frau Tanja und ich erfolgreiche Dolmetscher – Einsätze hatten.

Aus verschiedenen Kantonen der Schweiz melden sich seit längerem Privatpersonen mit Anfragen für wichtige Übersetzungen von Thai ins Deutsche, wie zum Beispiel bei Trauungen auf dem Zivilstandesamt. Das ist auch für uns eine ganz tolle Sache und mit viel Freude verbunden.

Danke für Euer Vertrauen.

Weiter können wir berichten aus unserem Basis – Deutsch Kurs :

Wir unterrichten sechs Thailänderinnen im Basis- Deutsch Kurs. (-jeweils samstags)  Unser Schulungszimmer  – Hier in Grenchen(Schweiz)        

Schulungsraum Web2

 

Eine tolle Erfahrung zu sehen, wie viele Aha- Erlebnisse diese Frauen haben. Statt komplizierte deutsche Grammatik zu büffeln, vermitteln Tanja und ich mit Hilfe ihrer Sprache, (eben Thai) Deutsch so einfach wie möglich mit brauchbaren Anschauungsmöglichkeiten, welche sie im täglichen Gebrauch sofort umsetzen können. Zum Beispiel: Einkaufengehen (….was ja jede Frau liebt – ….! Bemerkung von Simeon – schmunzel) Sie freuen sich auf jede neue Lektion. Ja, wir sind begeistert, wie schnell sie alle Fortschritte machen. Oft denken wir an die Zeit zurück, wie wir in Thailand – drei „lange“ Jahre benötigten, um uns beim „Thai- Sprechen“ etwas sicherer zu fühlen. Deshalb haben wir vollstes Verständnis dafür, welche Herausforderung sie alle haben, die eine neue fremde Sprache erlernen.

Zusätzlich zu der mündlichen Arbeit kommt das schriftliche Übersetzen. Vom Privatbrief an die Freundin oder Familie in Thailand bis hin zu Geschäftsbriefen oder offiziellen Dokumenten durften wir schon einige Male unser Können unter Beweis stellen. Eine Arbeit, die nebst Diskretion auch ein tieferes Verständnis der Sprache voraussetzt, da wir ja so sinngemäss wie möglich von der eher hart klingenden deutschen Sprache in die bildreiche, blumige Thai -Sprache übersetzen wollen.

Das waren also unsere Informationen für Interessenten. Gerne helfen wir andern weiter und freuen uns auf weitere Anfragen im europäischen Raum.

Simeon Steiner Web(2)Tanja Steiner Web (2)Eure Simeon + Tanja Steiner  

PS: Hier ist unser Standort:

STO Translation Lingerizstrasse 88, 2540 Grenchen

 

 

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Lingerizstr. 88, Grenchen

Hat Yai überschwemmt und wir haben überlebt!

 

Hat Yai liegt 55 Kilometer vor der Malaysischen Grenze und 25 Kilometer von der Provinzhauptstadt Songkhla, also nicht weit vom Meer (Golf von Thailand), entfernt. Wikipedia zufolge hatte diese Stadt im Jahr 2000 etwa 188000 Einwohner. Vermutlich sind es, wie so oft in asiatischen Städten, viel mehr.

Mit der Anmeldung, nach dem Umzug  in eine grössere Ortschaft, nehmen es die meisten nicht so genau.

In den letzten Jahren hat diese Stadt die bekannten Supermärkte, westlichen Stils, dazubekommen.

Carrefour, Lotus, Big C. Das hat natürlich dazu beigetragen, dass in der Nähe der jeweiligen Märkte in aller Eile Billigbehausungen aus dem Boden schossen, um das viele Personal unterzubringen, das für die jeweiligen Märkte arbeitet.

In ganz Thailand ist Hat Yai für „billiges“ Shopping bekannt. Auf keinen Fall sollte ein Besucher den Gim Yong Markt (ตลาดกิมหยง)  verpassen. Woher all die günstigen CDs, elektronischen Gadgets, Markenkleider und Schuhe kommen, weiss jeder, doch man spricht nicht darüber. Jedes Wochenende, besonders bei malaysischen oder chinesischen Feiertagen, wird die Stadt von asiatischen Touristen überschwemmt. Hauptsächlich aus Singapur stammende Chinesen oder Malaysier  aus  Kuala Lumpur, bringen Devisen in die Stadt und sorgen für ein „buntes“ Nachtleben.

Wir haben 11 Jahre in Hat Yai gelebt und obwohl die Stadt auf den ersten Blick keine besonderen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, haben wir sie doch mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. Vor allem haben wir einige enge Freundschaften geknüpft, die wir heute noch pflegen.

Es war  im Dezember 1999 als es wieder einmal soweit war, dass die ganze Stadt nach tagelangen ergiebigen Regenfällen überflutet wurde. Wieder einmal, weil, trotz allen baulichen Massnamen und Versprechungen seitens der Behörden, die Stadt regelmässig überflutet wird.

Noch gut erinnere ich mich an jenen Donnerstagabend als der Regen so heftig auf unser Hausdach prasselte, dass wir uns zur Verständigung gegenseitig „anschreien“ mussten. Am nächsten Morgen dann, hat ein Freund von mir und ich das Fahrrad aus der Garage geholt, um uns zum Spass anzusehen wie es in der Stadt so aussieht. Uns wurde jedoch bald bewusst, dass an der ganzen Sache nichts Spassiges war. Weil unser Dorf und somit auch unser Haus auf erhöhtem Terrain lagen, bekamen wir nicht mit, dass die ganze Stadt buchstäblich unter Wasser stand.

Schon wenige hundert Meter von unserem Dorf entfernt, reichte uns das Wasser bis an die Hüfte und je mehr wir uns zur Innenstadt vorarbeiteten, desto höher wurde der Wasserstand. Zuerst aber versuchten wir zu einem einheimischen Freund zu gelangen, sein Haus stand zu dieser Zeit nur etwa 10 cm unter Wasser und er machte sich keine allzu grossen Sorgen, weil das Haus aus Beton gebaut und zweistöckig ist. Er empfahl uns aber Nahrungsmittel und Hygieneartikel in Plastiksäcke zu packen um gemeinsam zu einem weiteren Freund zu gelangen, dessen kleines Holzhaus westlich der Bahnlinie, die Hat Yai in zwei Hälften teilt, zu gelangen. Gesagt getan, das wäre schön gewesen. Wir alle drei hatten nämlich die Kraft des Wassers völlig unterschätzt. Kleine Nebenstrassen wurden zu reissenden Bächen und die grossen vierspurigen Hauptstrassen zu reissenden Flüssen. Ganz zu schweigen von den Kreuzungen die Wirbel und unberechenbare Strömungen erzeugten. Um eine solche Hauptstrasse zu überqueren, mussten wir uns zuerst einmal den Häuserreihen entlang nach „oben“ bzw. gegen den Strom arbeiten, dabei galt es aufzupassen den Halt nicht zu verlieren um nicht weggeschwemmt zu werden oder gar in einen offenen Schacht gesogen zu werden. Es galt soweit nach oben zu gehen, dass wir dann beim Überqueren der Strasse bzw. des Flusses an der anderen Seite am richtigen Ort angespült wurden.

 

Ein weiteres Problem beim Überqueren war all das Schwemmgut dass der Fluss mit sich brachte.

Abgerissene Vordächer, Autoteile, Plastikplanen, Möbel, Flaschen, Reifen, tote und ums Überleben kämpfende Tiere und einfach aller Art Müll der sich über Wasser halten konnte. Doch dann in einem Augenblick, als der Fluss einigermassen „sauber“ aussah legten wir mit aller Kraft los um ans andere Ufer zu gelangen. Mein Ziel war ein Auto, das ich zwar nicht sehen konnte, dessen Radioantenne jedoch etwa 20 cm aus dem Wasser ragte. Zwei von uns schafften es über den Fluss, meinen  einheimischen Freund  jedoch riss das Wasser mit, er wurde über eine grosse Kreuzung gezogen und wir verloren ihn aus den Augen. Der Andere war zwar auch ans andere Ufer gelangt, aber ein Stück weiter unten.

Ich zog mich langsam an herunterhängenden Ästen in eine kleinere Nebenstrasse die zum Haus unseres Freundes führte. Ein paar Jugendliche auf einem Balkon schauten mir zu und riefen: „Vorsicht da ist eine Schlange im Gebüsch“. Zuerst dachte ich, dass die mich, weil ich Ausländer bin, auf den Arm nehmen wollen, doch dann entdeckte ich keine drei Meter von mir entfernt eine grosse Schlange, die sich um einen stattlichen Busch gewickelt hatte, um so dem Wasser zu entkommen. Wäre es nur eine Python gewesen so wäre mein Schreck halb so gross gewesen, doch handelte es sich sage und schreibe um eine ausgewachsene Königskobra, ich erkannte sie an ihrer markanten Zeichnung am Kopf und der wunderschönen honigfarbigen Färbung.

Da hatte ich aber richtig Angst und ihr könnt euch vorstellen, dass ich noch nie so schnell geschwommen bin wie dann. Erst jetzt viel mir auf, wie viele Viecher ums Überleben kämpften und sich an irgendwelchem Treibgut festhielten. Mäuse, Ratten, kleine Schlangen, Kakerlaken, Spinnen, Skolopender und viele Viecher die ich noch nie gesehen hatte. Doch seltsamerweise ekelte es mich gar nicht so an, weil wir ja sozusagen alle im „selben Boot“ sassen.

Schliesslich erreichten mein Freund (den es weiter unten angespült hatte) und ich fast zeitgleich das Ziel. Das untere Stockwerk des Hauses war komplett überflutetet und die ganze Familie befand sich in einem kleinen Zimmer im oberen Stock. Nach einigem hin und her diskutieren, entschieden wir uns die Dachplatten einzuschlagen und alle über das Dach aus dem Haus zu ziehen. Wir befürchteten, dass die Fluten das ganze Holzhaus mitreissen könnten. Mit einem starken Brett das als „Brücke“ zwischen oberem Zimmer und Dach diente, gelang es uns alle 5 und zwei Hunde in Sicherheit zu bringen und zwar auf den Balkon des Nachbarhauses das aus Beton gebaut ist.

Dort verbrachten wir eine lange Nacht.

Meine Familie war zuhause ja in Sicherheit, doch sie machte sich grosse Sorgen weil der Radiosender besonders über das Stadtgebiet berichtete, dass am meisten betroffen war, und sie wussten dass wir dort waren. Es gab keine Möglichkeit Kontakt aufzunehmen. Der Strom war in der ganzen Stadt abgestellt alle Handys down.

 

Am nächsten Morgen machten wir zwei uns wieder auf den Weg nach Hause. Es hatte aufgehört zu regnen und eine gespenstische Ruhe lag auf der ganzen Stadt. Nur das Rauschen des Wassers. Jetzt fing das Ganze sich durchs Wasser kämpfen wieder von vorne an. An derselben Kreuzung wie am Vortag wurde mein Freund auch weggerissen und ich verlor in aus den Augen. Ich geriet in einen Sog und wurde eine kurze Zeit unter Wasser gezogen und erinnere mich nur noch, dass ich meinen Kopf schützte um ihn nicht anzustossen und ohnmächtig zu werden. Doch zum Glück tauchte ich schnell wieder auf. Den Kopf habe ich trotzdem angeschlagen, nämlich an ein Schild das über zwei Meter hoch hängt (beim oben erwähnten Gim Yong Markt (ตลาดกิมหยง).

Doch zur grossen Erleichterung traf ich mich nach einem halben Tag wieder mit meiner Familie (einen halben Tag für ca. 7 Kilometer)

 

In wenigen Tagen floss das Wasser wieder ab und der Gestank nach Verwesung verbreitete sich. Obwohl nie offizielle Zahlen bekannt gegeben wurden, wussten alle, dass viele ihr Leben verloren hatten. Ein Grund war die Geschwindigkeit und der Zeitpunkt an dem die Wassermassen die Stadt erreichten und überfluteten. In vielen mehrstöckigen Tiefgaragen  waren die Leute am Abend gefangen und ertranken eingeschlossen in ihren Autos. Diese Orte waren auch Tage danach abgesperrt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Nun begannen die Aufräumarbeiten. In jeder Strasse warfen die Leute ihr ganzes Hab und Gut einfach auf die Strasse, selbst wenn man einige kostbare Stücke noch hätte retten können, stanken sie doch nach Verwesung.

Fernseher, Handys, Polstergruppen, Fahrräder, alle Möbel aus Spanplatten, Stereoanlagen, Kleider, usw., usw.

Grosse Pneu-Bagger kamen, luden alles auf Kipper und diese deponierten das ganze vor der Stadt auf einer breiten Strasse. Eine riesige Mülldeponie entstand. Was mich am meisten beeindruckte war die Tatsache, dass all dieses Gut vor wenigen Stunden die Wohnungseinrichtung unzähliger Familien gewesen war und jetzt nur noch Schrott, dazu „Schrott“ der noch gar nicht abbezahlt  war, sondern auf Kredit gekaufte Güter, vor allem elektronische Gadgets.

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Ein paar Tage nachdem das Wasser wieder zurückgegangen war, bekam ich eine Grippe, so dachte ich wenigstens. Als aber heftiger Schüttelfrost einsetzte merkte ich, dass  irgendetwas nicht stimmt.

Im Spital wurde mir schnell bestätigt dass ich Leptospirose eingefangen hatte.

(Eine Leptospirose ist eine Infektionskrankheit, die durch bestimmte Krankheitserreger der Gattung Leptospira, aus der Ordnung der Spirochäten, verursacht wird. Es handelt sich dabei um eine Meldepflichtige Zoonose, deren natürliche Wirte vor allem Ratten und Mäuse, im Falle der Schweinehüterkrankheit auch Schweine und Rinder sind. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Kontakt mit Urin, Blut oder Gewebe infizierter Tiere bzw. verunreinigtem Wasser. Aus Wikipedia)

Stundenlang im Abfallwasser einer Grossstadt zu schwimmen, ist mir nicht gut bekommen. Ratten-Urin und der ganze Inhalt entleerter Toiletten der Stadt, hatten den Weg zu meiner Leber gefunden, darum wurde ich auch ganz gelb und bekam extrem starke Kopfschmerzen. Die Medikamente die ich dagegen erhielt, konnte ich nicht halten, die waren zu stark für den Magen. Zum Glück fand ein Freund von mir im Internet Medizin die intravenös verabreicht werden konnte. Von da an ging es wieder bergauf.

 

Die beiden Freunde übrigens, die bei derselben Kreuzung weggeschwemmt wurden hatten Glück. Einer hat eine Nacht in einem Fensterrahmen im zweiten Stock übernachtet, der andere unter der Plane eines Sattelschleppers der mit 50 Tonnen Zement beladen war und so einen guten Zufluchtsort bot.

 

Soviel zu dieser „Story“.

Bald melden wir uns mit einer informativen Geschichte über Penang.

 

Bis bald

 

Simeon und Tanja

 

 

 

 

Viel beschäftigt. 

Die STO – Translation und Thai – Services hat erfreulich viel zu tun. Sowohl Tanja als auch ich, werden häufig als Dolmetscher und Übersetzer angefordert, was natürlich gründliche Vorbereitung erfordert. Wie die Redewendung ja sagt,

1. Kommt es anders und

2. Als man denkt.

Beim Dolmetschen muss man auf alles Mögliche gefasst sein, darum versuchen wir, uns alle möglichen Gesprächsentwicklungen und die damit verbundene Terminologie vorzustellen, um dann auch bereit zu sein, die sinngemässe Übersetzung zu geben. Regelmässig melden sich auch Thailänderinnen und Thailänder um einen Deutsch – Kurs zu belegen. Es bestätigt sich immer wieder, dass es sehr nützlich und hilfreich ist, wenn der Deutschlehrer (gerade für Niveau Deutsch A1 +  A2) die Muttersprache der Lernenden auch beherrscht. Vieles wird dem Schüler schneller klar und das Lernen macht natürlich auch mehr Spass.

Bei einigen Intensivkursen sind nach zwei Stunden zwar beide, Lehrer und Schüler, etwas „geschafft“, haben aber das Gefühl etwas geleistet zu haben. (Manchmal sind solche Marathon- Lektionen nötig, weil die Kursbesucher von weiter her anreisen). Was unsere Thai-Kurse betrifft, bestätigt sich wieder einmal mehr, wer Thai deutlich aussprechen will, kommt nicht daran vorbei, Thai lesen zu lernen und sich auf diesem Weg die Betonung selbst beizubringen. Nach wie vor machen wir die Erfahrung, dass es einem motivierten Schüler möglich ist, die Schrift und Ausspracheregeln, sprich, deutlich lesen und betonen zu können, innert drei bis vier Monaten zu begreifen und anzuwenden.

Für heute diese Infos. Bald melde ich mich wieder mit einer Geschichte aus dem Süden Thailands. Eure Simeon und Tanja

PS. Natürlich freuen wir uns auf Neuanmeldungen und neue Kontakte (Wir sind nicht voll ausgebucht – es gibt immer noch Randzeiten, welche wir gerne besetzen würden – Fragen Sie nach!)

Tierisch (Teil II)

Hier, wie versprochen, eine weitere tierische Geschichte.

Der Schauplatz ist Krabi und zwar nicht die Stadt, sondern von Phuket aus gefahren etwa 30 Kilometer vor Krabi in nord – östlicher Richtung, weit im dichten Wald, zumindest was damals noch als Teile oder Überbleibsel des Regenwalds betrachtet werden konnte.

 

Die Regierung hatte für einige Bauern ein paar „Strassen“ in den Wald gebaggert, um so billiges Land für einen Neuanfang dieser Leute, zur Verfügung zu stellen. Dort hat ein Freund von uns, Kaffee (Sorte Arabica), Bananen, Papayas  und Gemüse angepflanzt. Wenn er mit dem Geld gut umging, konnten er und seine Familie knapp davon leben. Er wohnte in einem selbst gebauten „Holzhaus“, (Bild) natürlich ohne Strom und fliessend Wasser. Zur Hygiene kann ich erwähnen, dass ein Plumpsklo in der freien Natur zur Verfügung stand.

Die Wände waren aus Bambusmatten, die sich, zumindest bis zum nächsten stärkeren  Luftstoss, aufrecht hielten. Der Blick nach oben frei, was vor allem bei nächtlichem Sternenhimmel romantisch sein konnte, wäre da nicht die permanente Ungewissheit gewesen, was wohl als nächstes in der Dunkelheit  in die Toilette schleicht oder krabbelt. „Geduscht“ wurde im Flüsschen, das in der Nähe der Behausung  vorbeifloss.

Alle Strassen in der näheren Umgebung waren unbefestigt und wurden bei starken Regengüssen ausgespült oder verwandelten sich bei Trockenheit zu gewaltigen Staubproduzenten (roter feiner Staub).

Wenn es heftig regnete, kam man auch mit einem Allrad nicht zum Haus.

Und während der Trockenzeit, mussten wir ein Auto mieten, das ein bisschen hoch auf den Beinen stand, z.B. einen Suzuki Jeep.

Es war an einem dieser regnerischen Tage, an denen die rote Erde besonders schlammig ist, als uns (Tanja und mir) unser Freund eröffnete, dass er mit seiner ganzen Familie nach Bangkok wolle. Nein, nicht um umzuziehen, sondern einfach für ein paar Tage  die grosse Stadt besuchen.

Wir erfuhren auch gleich, dass er für diesen Zweck schon längere Zeit drei Schweine mästete.

Also ganz einfach: -Er wollte die gemästeten Schweine verkaufen – und ab nach Bangkok.

Nur hier kam das Problem, zu dessen Lösung ich rekrutiert, bzw. eingeladen wurde. Der Metzger, der normalerweise mit einem Pickup-Truck   kommt, um die Schweine abzuholen, konnte gar nicht bis zum Haus fahren, die Strassen waren schlicht unpassierbar. Also mussten die drei Schweine irgendwie selbst, die vier-fünfhundert Meter zu der Stelle geschafft werden, die der Metzger für den Abtransport der Viecher geeignet hielt.

Kreativ, wie Menschen,  die mit der Natur leben sind, war auch mein Freund nicht um eine Lösung verlegen.

Wieder einmal aus Bambus, hatte er schon drei korbähnliche Behälter geflochten, in der Grösse und Form geeignet um jedes der drei Schweine in einen „Korb“ zu stecken. Nun wissen wir ja alle, dass Schweine nicht zu den dümmsten Kreaturen gehören, und so begann die wirkliche „Schweinerei“.

Bei strömendem Regen versuchten sechs von uns, mein Freund und ich, Verwandte und Nachbarn, die widerspenstigen Viecher in die Körbe zu passen. Weil Schweine, (in diesem Fall unglücklicherweise), ganze vier Haxen haben und sich dementsprechend mit allen vieren zur Wehr setzen konnten, erwies sich das „Schwein–in–den–Korb-Projekt“, als eine wahre Schlammschlacht. Doch schliesslich gelang uns das schier Unmögliche, alle Schweine gefangen in geflochtenen Körben. Allerdings muss ich zugeben, dass es für einen Beobachter schwierig gewesen wäre, einen farblichen Unterschied zwischen Schwein, Korb und uns festzustellen. Nur die Schweine hatten einen kleinen ästhetischen Vorteil, umgeben vom geflochtenen Korb, sahen sie wie eine überdicke Wade in robusten Netzstrümpfen aus.

Je zwei Mann mussten nun, ein etwa 3 Meter langes Bambusrohr fassen, das durch den Korb geschoben wurde, um so den Korb mit dem Schwein in die Luft zu heben und gleichzeitig galt es, das Bambusrohr auf den Schultern festzuhalten.

 

Die Prozession sah folgendermassen aus:

Vorderer Mann, mit Bambusrohr auf Schulter;

Schwein hinter ihm, in Korb hängend;

hinterer Mann, mit Bambusrohr auf der Schulter;

Schwein vor ihm, in Korb hängend.

Sau Krabi 1 001

Wenn nun das Schwein in die gleiche Richtung schaut wie die zwei Männer gehen, bedeutet das; der vordere Mann hat freie Sicht in die Natur, der hintere freie Sicht auf den  Schweinehintern. Hier zeigte sich deutlich meine Unerfahrenheit im Schweinetragen. Ich wurde als Träger am hinteren Ende bestimmt.

Wenn Schweine so in der Luft hängend transportiert werden, sind sie grundsätzlich nervös. Das Quietschen und Strampeln gehört da einfach dazu. Mir war allerdings nicht bewusst, dass auch das plötzliche entleeren der Blase zu den Symptomen eines nervösen Schweins gezählt werden. Die Urin-Dusche traf mich genau von Kinn bis  Knie. Als Schockreaktion und weil der Boden glitschig war, fiel ich zu Boden und wurde eins mit dem Rest der Natur. Zu meiner Verteidigung darf ich aber sagen, dass ich die Bambusstange zu keiner Zeit aus den Händen liess. Das Projekt „Familie geht nach Bangkok“ wurde nie ernsthaft gefährdet.

Das, und wie wir die drei Schweine schlussendlich an dem verabredeten Ort dem Metzger übergaben, geschah für mich wie in einem Traum. Zu sehr musste ich mich an die neue Körperwahrnehmung gewöhnen.

Selbst nach hartnäckigem Waschen der Manchesterhosen und des Baumwoll-T-Shirts, war der Schweinegeruch nicht mehr von den Kleidern wegzubringen.

Als ob ich nicht schon genug Greenhorn –Verhalten bewiesen hätte, fand ich in der Gesässtasche meiner Hose mein völlig durchnässtes Portemonnaie mit Geld und Idenditätskarte und was noch so alles wichtig war.

Warum um alles in der Welt, muss jemand fern von – Strom und fliessend Wasser, geteerten Strassen, Geschäften, Restaurants, ein Portemonnaie mit Ausweispapieren herumschleppen?

 

Es lag wohl daran, dass ich noch zu sehr ein Schweizer war.

 

Euer Simeon       

 

 

 

 

Tierisch (Teil I)

Tief schockiert waren meine Frau und ich bei unserem ersten Besuch auf der Ferieninsel Phuket.

Kurz darauf in Bangkok und schliesslich noch in Chiang Mai. Das liegt jetzt 21 Jahre zurück.

Frischgebacken aus der Schweiz, waren wir uns nicht an den Anblick kranker Hunde gewohnt, die aussahen als hätten sie Wochen oder monatelang nichts Richtiges zu fressen gekriegt.

Nicht nur , dass wir denen buchstäblich alle Rippen zählen konnten, sondern auch das ganze Fell war weg, überall Geschwüre und die Viecher standen zitternd (vor Kälte?) an der heissen Sonne.

Ein europäischer Nachbar von uns meinte, dass die alle die „Räude“ hätten. (Räude ist eine parasitäre Krankheit der Haut, die durch mikroskopisch kleine Milben ausgelöst wird.)

Was diesen Hunden fehlte weiss ich bis heute nicht.

Jedenfalls hat sich in der Zwischenzeit die Situation gewaltig verbessert und ein solcher Anblick ist seltener geworden.

Was wir schnell lernen mussten, ist die Tatsache, dass das Verhältnis,  Mensch –Tier, ein ganz anderes ist, als das uns anerzogene und bekannte.

Wieder will ich nicht beurteilen, welches Verhältnis besser oder schlechter ist, sondern wie schon meine vorangegangenen Geschichten zeigen, dass es wie vieles einfach anders ist.

Während bei uns alles geregelt und hinter Chromstahl und Glas steril gehalten wird, liegt es in vielen Ländern, so auch in Thailand, nackt da.

Bullfighting, Hahnenkampf, Kampffischchen im Glas, Echsen und Käfer alles wird aufeinander losgelassen und dabei kräftig um Geld gespielt.

Auf dem Land läuft noch alles frei herum, vom Wasserbüffel über Rinder, Schafe, Hunde, Warane, Enten, Gänse, Schweine, Ziegen einfach so ziemlich alles, was gehen und kriechen kann.

Stichwort: Kriechen- Schlangen und Skorpione. Schon am Anfang, als wir noch in Phuket wohnten, besorgte sich Tanja ein Taschenbuch, mit Bildern von den meisten heimischen Schlangen und Reptilien. Jedes Mal wenn wir wieder ein Reptil entdeckten – im, und zum Glück meistens – um das Haus, hat sie im Buch zum entsprechenden Bild eine Angabe zu Ort und Datum der „Entdeckung“ hinzugefügt.

Wir hatten beide nie Angst, aber einen gesunden Respekt vor Schlangen und Skorpionen in unserem Garten.

Das Buch haben wir als Erinnerung mit in die Schweiz genommen.

Aber eine wirklich tierische Geschichte möchte ich euch jetzt erzählen. Es geht um eine tote Katze.

Auf dem Land trifft man noch recht häufig auf offene Brunnen. In Dörfern und in Stadtnähe sind die meistens mit einem Stahl oder Zementdeckel zugedeckt. In der unmittelbaren Nähe des Brunnens ist eine Pumpe montiert, die das Wasser in einen Tank, der auf einem kleinen Turm oder auf dem Hausdach montiert ist, pumpt.

Ein Freund von mir hatte einen solchen Brunnen vor seinem Haus, einen mit einer Pumpe, die das Wasser bequem in sein Haus liefert und anstatt den mit einem massiven Deckel zu schliessen, hatte er nur ein paar dürre Äste einer Palme daraufgelegt. Das Unvermeidbare geschah. In einer Nacht als sich die Katzen gerade gegenseitig auf dem Grundstück herum jagten, fiel eine in den Brunnen, so schätzungsweise 10 Meter tief. Die Katze stirbt ja nicht, weil sie ins Wasser fällt, sondern weil erstens, niemand bemerkt, dass die da unten herumschwimmt und zweitens, weil sie nach vielen Stunden vor Erschöpfung ertrinkt.

Wie merkt der Brunnenbesitzer, dass sein Brunnen langsam vom Kadaver einer toten Katze vergiftet wird?

Ganz einfach, beim Zähneputzen. (Igitt!)

So auch bei meinem Freund, der schon einige Tage das Gefühl nicht loswurde, dass sein Brunnenwasser seltsam  roch. Erst als undefinierbare Haare an seiner Zahnbürste klebten,  kam er auf die Idee einmal in seinen Brunnen zu schauen. Die Katze war natürlich noch da, aber in ihre Einzelteile  aufgelöst.

Was tun?

Die einzige Lösung ist die, den Brunnen völlig auszupumpen und zu reinigen. Das Auspumpen dauert einige Stunden, da ja immer wieder Frischwasser dazukommt. Doch völlig auspumpen konnte er seinen Brunnen nicht, weil das Ansaugrohr ja nicht bis an den Brunnenboden reicht. Auf dem Grund blieben also ca. 1.50 Meter Wasser und besagte Katze.

„Jemand“ musste nun in den Brunnen abgeseilt werden, um mit einem Kessel die schwimmenden Katzenreste einzusammeln. Dieser „Jemand“ war nicht mein Freund, der die ungünstigen Körperproportionen von 1.64 Meter und 90 kg besass und darum nicht in den Brunnen passen wollte.

Ich wurde als „Freiwilliger“ hinzugezogen. Der schwierigste Teil war nicht das Abseilen in den engen und schliesslich stockdunklen Brunnenschacht, sondern das Tauchen, Suchen und Tasten mit dem Ziel, möglichst die ganze Katze zu finden.

Schliesslich nach getaner Arbeit und wieder aus dem Brunnengefängnis entlassen, hatte ich nur einen Wunsch. Irgendetwas Kräftiges, Desinfizierendes (Schnaps) zu mir zu nehmen. Doch du meine Güte, mein Freund hatte nicht einen Tropfen bei sich zu Hause. Am selben Abend habe ich dann die innere und äussere „Reinigung“ vorgenommen.

Die ganze Mission erinnert mich heute an ein Todesnähe-Erlebnis.

Übrigens, das einzige Nachspiel das sich bei mir noch einstellte, war der am Tag darauf folgende Durchfall. Wie sagt man noch? Was dich nicht umbringt macht dich stärker.

Teil Zwei erscheint bald.

Euer Simeon

Urteile in Thailand nicht vorschnell

Schnell etwas zu beurteilen oder zu bewerten macht im Allgemeinen keinen wirklichen Sinn.

Im Speziellen in Thailand – hier schon gar nicht. Was ich damit meine, möchte ich anhand von zwei Beispielen, bzw. Erlebnissen in Phuket und Hat Yai verdeutlichen.

Hiermit zeige ich, wie wichtig es ist – keine übereilten Schlussfolgerungen zu ziehen. Selbst dann nicht, wenn man offensichtlich glaubt, die Situation richtig einzuschätzen, kann man trotzdem total falsch liegen. Besser wäre es nach dem einheimischen Motto zu leben „Take it easy“ oder eben wie schon im vorherigen Bericht beschrieben– Konflikte vermeiden.

Das erste Ereignis liegt etwa 17 Jahre zurück.

Ich war alleine unterwegs und wollte eine Familie besuchen. Wie so üblich, stellte ich mein Motorrad vor dem Haus ab und ging auf die Haustüre zu.

An dieser Stelle muss ich dazu noch eine kurze Bemerkung machen:

In Thailand findet man auf dem Lande oder sogar im städtischen Gebieten kaum eine Hausglocke um sich anzumelden.

Aus diesem Grunde ist es üblich die Bewohner mit einem deutlichen Ausruf zu begrüssen:

„Sawadee Krap“  was soviel bedeutet wie: „Guten Tag – Ist jemand zuhause?“

Anschliessend wartet man dann ab – bis sich jemand meldet.

Genauso war es an diesem speziellen Tag. Ich rufe also: „Sawadee Krap“ und warte.

Vorerst ist es ganz ruhig – doch plötzlich geht es dann ganz schnell.

Ein junger kräftiger Mann reisst die Türe auf,-

Schaut mir zwei vielleicht drei Sekunden ins Gesicht,-

Holt aus und verpasst mir eine saftige Ohrfeige.

Und da stehst du nun…

Ja, was würdest Du jetzt tun? Hmm …Gar nicht so einfach.

Ich war jedenfalls buchstäblich, wie auch innerlich, so vor den Kopf gestossen, dass ich überhaupt nichts tun konnte. Das war zum Glück auch gut so, denn im nächsten Moment lächelte mich der junge Mann freundlich an und zeigte mir in seiner Hand eine riesige Mücke, die er mir freundlicherweise vom Gesicht geschlagen hatte.

Da soll noch jemand behaupten, die „Thais“ seien nicht hilfsbereit!

Diese Begebenheit hat mich eines gelehrt:

Auch wenn eine Situation recht komisch erscheint – erst einmal abwarten und zuerst herausfinden -was hier wirklich geschieht und nicht vorschnell ein Urteil abgeben und wenn möglich sogar anschliessend falsch handeln.

Im Übrigen, hatte das  obenerwähnte Ereignis keine weiteren folgen, nur das wir beide herzlich lachen mussten.

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Zum zweiten Erlebnis kurz einmal die Vorgeschichte.

Als in Thailand Bankautomaten – kurz ATM, Automated Teller Machine, wie ihn alle Thais nennen -aufkamen, vollzog sich vor den Automaten das gleiche „Tohuwabohu“ wie in der Bank selbst.

Niemand konnte sich so richtig daran gewöhnen – geduldig in einer Reihe zu stehen und zu warten bis der Automat ihm allein gehörte, so bildete sich vor dem Gerät eine „Menschentraube“ und nicht wie in Europa eine Menschenschlange. So war es auch in der Bank.

Der Kräftigere und Grössere hatte mehr Vorteile, weil er oder sie das Bankbüchlein mit grösserem Nachdruck, auf den bereits vor dem Schalterbeamten liegenden Stapel, Formulare und Kontobüchlein, werfen konnte.

Von Privatsphäre, so wie es die Schweizer im Besonderen lieben, wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht, konnte keine Rede sein. Was den ATM Automaten betrifft, muss ich zur  Verteidigung allerdings sagen, dass viele einfach nur neugierig waren und erst mal schauen wollten, wie so ein Gerät bedient wurde.  Sie drängten sich also nicht vor, weil sie wissen wollten, wieviel Geld der Vordere wohl auf dem Konto hatte.

Das hat sich in der Zwischenzeit stark verändert. Heute fasst man eine Nummer oder sieht das grosse Q  auf einem Schild stehen – vom Englischen queue, was also Schlange stehen bedeutet und die Thais wissen, was damit gemeint ist und es geht heute ganz ruhig zu und her.

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Jetzt aber, zum zweiten Erlebnis, welches sich in der Hauptpost von Hat Yai zutrug.

Wie gewöhnlich wollte ich meine monatlichen Zahlungen erledigen und füllte die nötigen Formulare dazu in Thai-Schrift aus. Zwar geht das meistens auch auf Englisch, aber für mich war es das Tüpfelchen auf dem i, ich wollte es auf „Thai“ erledigt wissen. Das braucht eben mehr Konzentration und Zeit.

So stand ich da in einer Ecke über meine Formulare gebeugt und bemerkte nicht den älteren Herrn, der mir scheinbar schon eine ganze Weile über die Schultern schaute und mir zusah, wieviel Geld ich da einzahlen wollte.

Mein alter Schweizer-Instinkt erwachte schlagartig, ich fühlte mich in meiner „Privatsphäre“ verletzt. Das Fass zum Überlaufen brachte aber seine  Frage: „Wohin schickst du denn das Geld?“

Das war zu viel!

Doch halt, ich erinnerte mich – vermeide Konflikte, schaffe Abstand!

Nach kurzem Abwägen, raffte ich meinen Papierkram zusammen und verliess, nicht ohne zornigen Blick zum älteren Herrn, die Poststelle. Er stand ganz verdutzt da. —-Wie es aber der Zufall will, hatte ich am nächsten Morgen in der Nähe derselben Poststelle zu tun. Und wer biegt da um die Ecke?

Genau dieser ältere Herr und für mich gab es keinen „Fluchtweg“ mehr.

Er kam langsam und lächelnd auf mich zu und sagte: „Weisst du, ich bin hier der Chef dieser Poststelle und als ich dich gestern da sah, wie du Formulare ausfüllst, wollte ich dir nur helfen.“

Wie peinlich …. Am liebsten wäre ich in den Boden versunken.

In der Thai-Sprache gibt es nicht nur den Begriff, „das Gesicht verlieren“, sondern den noch kräftigeren Begriff, das „Gesicht verkaufen“.

Umständlich versuchte ich dem Herrn, die gestrige Situation zu erklären, doch ich kam mir recht dumm vor und wusste am Schluss selbst nicht mehr was ich ihm eigentlich erklären wollte…

Eben wie schon erwähnt:

In Thailand darf man eine Situation nicht allzu schnell beurteilen – denn es könnte etwas ganz anderes bedeuten als es vorerst erscheint…

Irren ist menschlich oder nicht..???

Euer Simeon Steiner

Vermeide Konflikte in Thailand – Eine echte Herausforderung (Nr.2)

Im Duden wird das Wort „Konflikt“ folgendermassen erklärt:

Konflikt: Zusammenstoss, Widerstreit, Zwiespalt.

Ein Ausländer, der in Thailand lebt oder auch nur seine Ferien verbringt, ist bekannt dafür, dass er oft „an-eckt“.  Er gerät in kleinere bis grössere Konflikte mit Einheimischen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dies nicht nur in Thailand passieren kann. Als Tourist oder eben als Ausländer, und in Thailand als „Farang“ (weisshäutiger Tourist – Ausländer), wie schon in meiner ersten Geschichte erwähnt, nimmst Du Deine Weltanschauung für Recht und Unrecht mit.

Grundsätzlich ist dieses Handeln an und für sich nicht falsch, doch ist sie auch immer ratsam und klug?

Wie gehst Du als Gast in einem fremden Land damit um?

Die Devise lautet; „Vermeide Konflikte!“ (wenn immer möglich) 

Meine Beobachtungen und Erfahrungen zeigen, dass Konflikte oft entstehen, weil wir denken, dieses oder jenes Handeln, so – richtig oder falsch ist. Wenn wir dies dann auf Biegen und Brechen durchsetzen wollen, kommt es zu einem Konflikt.

Vor vielen Jahren habe ich ein „Bild“ gesehen, das anschaulich zeigen wollte, wie mit Konflikten oder Konfrontationen umgegangen werden sollte. Das Bild einer Eiche und einer Ähre.

Ein heftiger Sturmwind zieht über die beiden Pflanzen hinweg und doch bleiben beide unversehrt; sprich überleben den Sturm (Konflikt) unbeschadet. Die Eiche trotzt dem Wind mit ihrer Kraft, die Ähre mit ihrer Flexibilität.

Wie können wir mit diesem Bild vor Augen Konflikte vermeiden?

Mit flexiblem Denken (die Ähre) kann man in den meisten Fällen, nachgeben, etwas so stehenlassen wie es ist, darüber hinwegsehen, halt eben nicht auf seinem vermeintlichen Recht pochen und auf diese Weise einen Konflikt entschärfen.

In solchen Fällen geht es letztendlich nur um eine Sache der persönlichen Ansicht, des individuellen Geschmackes. Du bist deshalb grosszügig und gestehst deinem Gegenüber seine Sichtweise der Dinge ein und (das ist sehr wichtig) ohne zwangsläufig verstehen zu wollen, warum er oder sie so denkt und handelt. Du bist flexibel wie eine Ähre, die im Wind immer wieder bis zum Boden gedrückt wird, jedoch unversehrt wieder aufsteht. Diese Grundhaltung ist eine Art Voraussetzung um Kultur, Bräuche, Ansichten und Eigenheiten an Dich heranzulassen und gelassen oder ausgeglichen zu bleiben.

Wenn ich das, als Ausländer der in Thailand lebt oder Ferien macht, nicht schaffe, mache ich mir mein Leben schwer. Und ich „versauere“, wie man so in der Umgangssprache sagt.  Leider habe ich nicht wenige kennengelernt, die daran „versauert“ sind.

Schwieriger wird es bei „der Eiche“.

Wenn es offensichtlich und unmissverständlich darum geht: Eine klare Entscheidung zu treffen, ein Ja oder Nein zu erwirken, weil  eindeutig ein Fehler begangen wurde, ja Farbe zu bekennen,  ein Unrecht  richtigzustellen oder zu einem für Dich wichtigen Prinzip zu stehen, können die Gemüter schnell erhitzt werden.

Unsere europäische Mentalität neigt dazu klare Situationen nicht lange zu debattieren. Wir gehen direkt aufs Ziel los ohne Rücksicht auf Verluste und treiben unser Gegenüber gerne in die Enge.

Weil,  ja alles so klar und eindeutig ist! Doch dies funktioniert in Thailand nicht wirklich. Oft muss man den richtigen Zeitpunkt abwarten und respektvoll mit dem Gesprächspartner umgehen.

Hier also mein persönlicher Tipp:

Wenn ein offensichtlicher Konflikt in Thailand unumgänglich wird, versuche einen räumlichen Abstand zu schaffen. Um dies etwas besser zu verstehen,

dazu  hier ein Beispiel:

In Deinem Hotel ist etwas schiefgelaufen. Du gehst an die Rezeption um Dich zu beschweren.

Du weisst: Es ist eindeutig ein Fehler des Managements bzw. des Personals geschehen. Du bist wütend. Nachdem Du deine Beschwerde an den Mann oder Frau gebracht hast – VERLASS die Person oder die unmittelbare Umgebung und SETZ Dich irgendwo in der Nähe hin.

Wichtig:

1. Bleib nicht vor deinem Konfliktpartner stehen

2. Fuchtle nicht mit den Armen herum

3. Sprich nicht mit lauter Stimme

Denn das ist für die „Thais“ einfach zu viel. Es reicht, dass Du dein Problem platziert hast.

Jetzt gibst du deinem Gegenüber Gelegenheit und Zeit zu reagieren.

Dadurch dass Du den Ort verlässt, aber in Reich- und Sichtweite bleibst, gibst du zu verstehen, dass Du an der Lösung des Konflikts interessiert bist.

Weiter nimmst Du dadurch Druck weg und gewinnst Zeit.

Es ist nicht förderlich Dein Gegenüber gleich in die Ecke drängen zu wollen. Das ist in asiatischen Ländern äusserst wichtig und eine Möglichkeit seinem Gegenüber Respekt zu zeigen.

Das „Verlassen“ und sich „Hinsetzen“ gilt nicht nur buchstäblich ( – äusserlich), sondern grundsätzlich auch im geistigen Sinne (- innerlich), also auch die innere Haltung betreffend.

Bei Gesprächen die leicht zu Konflikten über Recht und Unrecht führen, gibt es in asiatischen Ländern nicht nur ein richtig oder falsch – so wie bei uns. Sondern es werden noch weitere Möglichkeiten diskutiert. Nicht selten werden eine dritte oder vierte Variante von Schuldzuweisungen oder Richtigstellungen ins „Spiel“ gebracht. Obwohl  jeder „Insider“ genau weiss, um was es geht. Du trägst jedoch zur Entschärfung der Situation bei, weil du dein Ziel nicht direkt ansteuerst und dadurch keine „öffentliche Beleidigung“ provozierst.

Zugegeben, das ist anfänglich nicht einfach zu verstehen, wie diese Menschen denken und handeln. „Um den Brei herum reden“, so erscheint es anfänglich – fällt uns schwer.

Mit ein bisschen Übung geht es aber ganz gut und du findest bald heraus, dass Konflikte, sich auch so lösen lassen. Es hat auch nichts mit mangelnder Aufrichtigkeit zu tun, sondern ist einfach eine andere Art Konflikte zu lösen.

In der deutschen Sprache kennen wir das „JA“ und „NEIN“ und wir haben oft wenig Hemmungen es einzusetzen. Was aber wenn Du eine Sprache sprichst die ein direktes „JA“ und „NEIN“ nicht kennt, wie zum Beispiel in „Thai“?

Das nennt man dann eine echte Herausforderung!

So hoffe ich, dass dieser Rat Euch weiterhilft und wünsche Euch weiterhin alles Gute

Euer

Simeon Steiner

Der rotköpfige Farang –  (weisser Ausländer/Tourist)

Wohl jeder Tourist, westlicher Herkunft, der schon einmal in oder durch Thailand gereist ist, kennt den Begriff Farang.

Unter Farang versteht man einen Ausländer westlicher Herkunft, bzw. weisser  Hautfarbe. Dieser Begriff ist nicht etwa abwertend, sondern wird zur Unterscheidung gebraucht. Ist der Reisende ein afrikanischer, asiatischer, südamerikanischer Tourist oder eben ein Farang. Bei Wikipedia findet ihr unter dem Stichwort „Farang“,(ein weisser Tourist in Thailand), noch aufschlussreichere Informationen.

Freuen Sie sich nun auf meine erste Kurzgeschichte und folgende, die meine Frau und ich zum Teil persönlich und als „Farang“- Familie im Land des Lächelns innert 20 Jahren erlebten.

Unzählige Anekdoten und Erlebnisse warten auf Sie. Seien Sie gespannt!

Nun die Frage an Euch:

Darf ich in Zukunft in „Du-Form“ schreiben?  Erstens ist es viel persönlicher und auch vertrauter in „Du-Form“ zu schreiben und zweitens, wenn sich zwei Farangs oder auch andere Reisende in Thailand treffen, ist man sowieso sehr schnell beim vertrauten „Du.“

Kommen wir also jetzt zur 1. Geschichte:

Der rotköpfige Farang

Den rotköpfigen Farang triffst Du überall. Du kannst ihn in Bangkok, Phuket, im Norden oder auf abgelegenen Inseln finden.

Etwas voreilig denkst Du vielleicht; „…Der hat zu viel  Sonne abgekriegt,“  und mit dieser Vermutung liegst Du vermutlich gar nicht so falsch. Jährlich ist ein ganzes Heer Farangs zu beobachten, die allen Warnungen zum Trotz ihre selbst mitgebrachte superteuren „Spezial-Sonnencremes“ auftragen und sich trotzdem einen tollen Sonnenbrand holen. Doch, ich will nicht negativ sein, jeder bezahlt Lehrgeld und wenn ich Fotos von mir anschaue, (aufgenommen vor 20 Jahren, ohne Helm mit dem Motorrad unterwegs),

 da habe ich mir auch dauernd einen roten Kopf oder zumindest eine rote Nase vom Sonnenbrand geholt. Doch darum geht es eigentlich gar nicht…. Sondern?…..Hmmm. Lies weiter.

Einen roten Kopf wegen eines Sonnenbrandes einzufangen ist die eine Seite, die andere ist jedoch viel komplexer und erstaunlicher.

Ich möchte dies folgendermassen erklären:

Wenn du Dir zuhause in Europa eine Anzahl Dinge vornimmst, die Du heute oder diese Woche noch erledigen willst, so kannst du in der Regel davon ausgehen, dass Du diese auch in einer vernünftigen Zeit erreichen kannst.

Warum ist das so? Nun, du kennst die Öffnungszeiten, die Orte, den Weg, die Preise etc., und vieles mehr. Dir ist alles vertraut und Du weisst es wird alles klappen. Du musst Dir darüber eigentlich keine Sorgen machen. Die alltäglichen Dinge funktionieren in Europa einwandfrei. Man hat kaum oder recht selten wirkliche Hindernisse. Aber nicht so in Thailand! – Hier ist es eigentlich genau umgekehrt.

Und genau hier liegt das Problem, das wir als Farangs oft haben.

Wir meinen in Thailand spielt sich das Leben genauso geordnet ab. Wir denken oder glauben wir haben uns bestens informiert über zum Beispiel, die Öffnungszeiten, die Orte, die Preise, einfach was alles so zum Leben in Thailand dazugehört. Wir sind überzeugt uns gut vorbereitet zu haben und dass wir uns bestens auskennen. Doch weit gefehlt! (Lach…)

Also wir nehmen uns vor, sagen wir mal, fünf verschiedene Dinge zu erledigen, schaffen aber „nur“ zwei .

Wieso? Obwohl wir uns an die „richtige“ Öffnungszeit erinnert haben, ist der Laden aus einem unerklärlichen Grund geschlossen. Der Ort ist schon der richtige, aber der Laden oder sogar das Gebäude ist weg. Und falls wir uns für die Ware einen gewissen Preis vorgestellt haben – Vergiss es!

Niemand kann da sicher sein!

Naja – wirst Du nun sagen- dass kann ja mal passieren. Wer kriegt da schon einen roten Kopf?

Nur in Thailand ist das der Alltag. Wir Europäer tun uns schwer damit und laufen mit roten Köpfen rum.

Denn es summiert sich, Tag für Tag immer wieder dasselbe. Termine werden nicht eingehalten, Öffnungszeiten stimmen nicht, Preise sind wieder anders, Häuser wurden abgerissen, und so weiter…Woche für Woche… immer wieder neue Überraschungen…und da kann es schon mal zu einer übernatürlich, ungesund roten Gesichtsfarbe kommen. Doch der Grund liegt nicht bei der heissen Sonne… Es ist manchmal wirklich zum Verzweifeln. Hier gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren.

Zugegeben, das ist leichter gesagt als getan: Denn im kleinen Restaurant wartest Du auf Dein Essen; ok – denkst, Du machst halt mal eine Pause, um dich etwas von den unerwarteten Strapazen zu erholen.

Doch die Wartezeit scheint Dir etwas  zu lange, das Getränk wird  zu schnell warm und der Fisch ist mit zu viel Öl zubereitet, und warum ist so viel Zucker im Essen? Nein manchmal ist es wirklich zum Heulen….

Wenn wir nach Thailand reisen bringen wir also nicht nur uns selbst mit, sondern auch unsere Art und Weise, wie wir denken und handeln. Eben europäisch.

Man muss lernen umzudenken.

So, nun erlaubt mir bitte hier einen Erfahrungswert weiter zu geben, der wirklich funktioniert.

Bevor Du am Morgen Deine Bleibe in Thailand verlässt frage Dich kurz:  “Was erwarte ich vom heutigen Tag?“

Denn die Erfahrung zeigt…

Erwarte nichts und Du wirst auch nicht enttäuscht sein.

Du hast Dir fünf Dinge vorgenommen-aber aus den bekannten Gründen nur zwei geschafft.

Das ist doch super, dann hast du nämlich noch drei Dinge, die Du erledigen kannst, an einem neuen sonnigen Tag.

Oder war es nicht Dein Ziel in Thailand mal auszuspannen, Urlaub zu machen, relaxen, sich gehen -, bzw. den Alltagsstress hinter Dir zu lassen?

Wenn Du nichts erwartest und trotzdem dies und jenes fertig bringst, dann bist Du „happy“, hast keinen Stress und stehst nicht irgendwo am Strassenrand mit einem roten Kopf, wie ein „enttäuschter“ Farang‘.

Wenn Du diese Regel beachtest und das Leben wie ein „Thai“ in Thailand angehst wirst Du Freude finden im Lande des Lächelns.

Oder siehst Du einen rotköpfigen Farang?

Eure

Simeon und Tanja Steiner

Hier entsteht ein Blog für Thai – Freunde.

Freut euch darauf.

Für alle die Thai erlernen, oder Thai gerne in Englisch oder Deutsch übersetzt haben möchten – beziehungsweise einen Dolmetscher suchen – oder nur Thailand etwas besser kennenlernen würden. Wir haben 20 Jahre in Thailand gelebt…Hier finden Sie alles in

Fragen Sie uns an. Freue mich auf weitere Kontakte. Liebe Grüsse an alle Thai-Freunde!

Euer

Simeon Steiner

Simeon Steiner

Anfragen unter:

info@thai-services.ch

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Seit 2015 ist Tanja Steiner Zertifizierte Justizdolmetscherin
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